Das Pepita (oder Hahnentritt )-Virus

Für die Liebhaber von 'Pepita' (oder 'Hahnentritt', oder 'Pied de Poule') gibt es jetzt eine gute Gelegenheit, alles über diese modischen Muster zu lernen.

Das Pepita (oder Hahnentritt )-Virus

Pepita ist ein dem Hahnentritt ähnliches Muster, das nach der Künstlerin Josefa de la Oliva benannt wurde (Pepita ist die Verkleinerung von „Pepa“, kurz für Josefina. Es besteht aus kleinen zweifarbigen (meist schwarz-weißen) Karos mit diagonalen Verbindungen.

Ob ‚Pepita‘ oder ‚Hahnentritt‘, ‚Houndstooth‘, ‚Dogtooth‘, ‚Chicken‘s Foot Check‘ oder ‚Pied-de-Poule‘)- sie haben eine unvergleichlich aufregende und reiche Geschichte. Diese Muster kamen, breiteten sich epidemisch aus, verschwanden dann, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Ihre Wirkung hat eine ungewöhnliche Bandbreite: von kleinkariert bis großkariert, konservativ bis schrill. Derzeit erreicht die Ausbreitung des Pepita-Virus einen neuen Höhepunkt: Das Muster findet sich nicht nur auf Stoffen, sondern auf allem wieder, was sich bedrucken lässt.

Wie alte Stofffunde zeigen, wurden Pepitamuster schon vor mehr als 2000 Jahren gewebt. Seit dem späten 19. Jahrhundert sind sie aber allgegenwärtig und faszinieren auch die Modeschöpfer von Coco Chanel über Christian Dior bis zur Salvatore Ferragamo, in dessen Hahnentritt-Kollektion sich die Pop-Sängerin Lady Gaga 2011 von Kopf bis Fuß stylte. Neben Marilyn Monroe gehörte z.B. auch Konrad Adenauer zu den Anhängern dieses Musters.

Herstellung und Verbreitung eines Stoffmusters:

Vom 21. Juni bis 20. Dezember 2015 findet im LVR-Industriemuseum Euskirchen eine Sonderausstellung statt. Kleidung, historische Lichtbilder, Grafiken und Musterbücher aus der Sammlung, ausgezeichnete Modephotographien sowie alltägliche, aber auch überraschender Objekte aus sechs Jahrzehnten entführen Besucherinnen und Besucher in die schillernde Welt der unterschiedlichen Verkreuzungen von schwarzen und weißen Fäden.

Eine große Sammlung hat das Ausstellungsteam für die Präsentation zusammengetragen: drei Handwebstühle mit Pepita- und Hahnentrittmuster laden ein, sich intensiver mit der Handwerkskunst des Webens zu befassen. Historische Abbildungen und detailreiche Musterbücher dokumentieren und erläutern die lange Tradition. Zu festen Terminen können die Besucherinnen und Besucher den komplizierten Webvorgang bei der Produktion von Stoffen im Pepita-Muster auf einem historischen Handwebstuhl verfolgen. Handweberinnen und Handweber lassen sich dann bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Vom 21. Juni bis 20. Dezember 2015
LVR-Industriemuseum Euskirchen

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